Konzernchef John Miller sagte in New York, dass 5000 der weltweit 19 000 Mitarbeiter in den kommenden sechs Monaten das Unternehmen verlassen müssten, davon allein 3000 an den europäischen Standorten Deutschland, Frankreich und England. Betroffen seien vor allem Beschäftigte im Internetzugangsgeschäft, das komplett verkauft werden soll, wie Miller bestätigte.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters besteht die deutsche Bieterrunde aus den Internetfirmen Freenet und United Internet sowie den Telekomkonzernen KPN, Versatel und Telecom Italia. Die meisten eingegangenen Angebote sollen zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen. Für die französische Tochter werden 300 Millionen Euro Erlös erwartet.

Hintergrund ist eine radikale Neuausrichtung des Konzerns auf Grund der Konkurrenz von Google, Yahoo! und MSN. AOL hat sein Geschäft in die Bereiche “Access” (Internetzugang) und “Audience” (Bezahldienste wie Spiele und Musik, Inhalte und Anzeigen) aufgeteilt. Gleichzeitig öffnet AOL E-Mail- und andere Internetdienste für Nichtkunden, um so mehr Besucher auf seine Seiten zu ziehen. Dadurch will AOL die Werbeeinnahmen steigern, die zukünftig den meisten Umsatz bringen sollen.